Ist die Wirksamkeit von Impfungen tatsächlich belegt?

Impfungen stellen unter allen ärztlichen Eingriffen eine Besonderheit dar. Sie dienen der Vorsorge und werden in der Regel gesunden Personen - oft Kindern - verabreicht. Aus diesem Grund werden an Sicherheit, Qualität und Verträglichkeit von Impfstoffen sehr hohe Anforderungen gestellt. Die Zulassung bekommt ein Impfstoff nur dann, wenn ein Wirksamkeits- und ein Sicherheitsnachweis erbracht werden kann. Dafür ist der Hersteller in vorklinischen und klinischen Prüfungen zuständig. Kontrolliert werden diese Nachweise auf EU-Ebene von der European Medicines Agency (EMA), in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und in Österreich vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG).

 

Die steigenden Anforderungen im Rahmen der Zulassungsverfahren haben unter anderem dazu geführt, dass, nachdem vor etwa 30 Jahren noch 600 Probanden ausreichend waren, in heutigen Studien mehr als 60.000 Teilnehmer notwendig sind. Auch nach erfolgreicher Zulassung werden Wirksamkeit und Sicherheit ständig überprüft, teils von den Herstellern, aber auch von unabhängigen Wissenschaftlern.

 

Der Beweis der Wirksamkeit erfolgt bestenfalls über eine Doppelblindstudie. Hierbei werden die Probanden zufällig („randomisiert“) in zwei Gruppen eingeteilt: eine erhält den Impfstoff während dem anderen Teil der Probanden ein wirkungsloses Kontrollpräparat (Placebo) verabreicht wird. Dabei wissen weder Arzt noch Patient, wer tatsächlich einen Impfstoff erhalten hat („doppelblind“).

 

Ist der Impfstoff wirksam, so werden unter den geimpften Probanden weniger Personen erkranken als in der ungeimpften Kontrollgruppe. Diese signifikante Reduktion belegt die Wirksamkeit der Impfung.

Bei Impfstoffen, die wie die Masernimpfung schon sehr lange auf Markt sind, liegen Daten von Millionen von Menschen vor, die Wirksamkeit und Sicherheit belegen. Des Weiteren sprechen sinkende Erkrankungszahlen für die Wirksamkeit von Impfungen. Eindrucksvolle Beispiele sind dabei die Ausrottung von Pockenviren, die Zurückdrängung von Polioviren (Europa ist seit 2002 poliofrei) und die deutliche Verringerung der Fallzahlen von Infektionen mit Haemophilus influenzae Typ b.

 

 

 

http://www.euro.who.int/en/health-topics/communicable-diseases/poliomyelitis/activities/certification-and-maintenance-of-polio-free-status-in-the-european-region/european-regional-commission-for-the-certification-of-poliomyelitis-eradication/certification-of-the-regions-polio-free-status-in-2002 (abgerufen 18.07.2017)

 

http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/news_and_events/news/2014/10/news_detail_002181.jsp&mid=WC0b01ac058004d5c1 (abgerufen 18.07.2017)

 

https://www.gesunde.sachsen.de/download/Download_Gesundheit/Nationaler_Impfplan.pdf (abgerufen 18.07.2017)

 

http://www.historyofvaccines.org/content/articles/vaccine-development-testing-and-regulation (abgerufen 18.07.2017)

 

https://www.pei.de/SharedDocs/Downloads/bundesgesundheitsblatt/2015/2015-zulassung-impfstoffe-empfehlung-stiko-kriterien-nutzen-risiko.pdf?__blob=publicationFile&v=2 (abgerufen 18.07.2017)

 

Heininger U, Cherry JD, Stehr K, Schmitt-Grohé S, Überall MA, Laussucq S, Eckhardt T, Meyer M, Gornbein J and the Pertussis Vaccine Study Group: Comparative Efficacy of the Lederle/Takeda acellular pertussis component DTP (DTaP) vaccine and Lederle whole-cell http://pediatrics.aappublications.org/content/102/3/546 (abgerufen 18.07.2017)