Kann man in der Schwangerschaft impfen?

Prinzipiell sollten Impfungen vor Beginn der Schwangerschaft durchgeführt werden. Bereits bei Kinderwunsch ist es sinnvoll den persönlichen Impfstatus zu überprüfen und fehlende Impfungen vor der Schwangerschaft nachzuholen („Prepare for pregnancy!“). Wichtige Schutzimpfungen, vor allem für werdende Mütter, sind: Masern-Mumps-Röteln, Varizellen (Windpocken), Tetanus-Diphtherie-Pertussis(-Polio), Influenza.

 

Bei Impfungen während einer Schwangerschaft gilt: „So wenig wie möglich, so viel wie notwendig“. Einige Impfungen sind in einer Schwangerschaft möglich (sogenannte Totimpfstoffe) beziehungsweise sogar empfohlen, da die dadurch gebildeten mütterlichen Antikörper im letzten Drittel der Schwangerschaft über die Plazenta an das Ungeborene übertragen werden. Durch diese Antikörper ist das Baby in den ersten Lebenswochen vor den entsprechenden Infektionskrankheiten geschützt (siehe Was ist der „Nestschutz“ und wie lange schützt er mein Kind?“)

 

Sollte eine Impfung während der Schwangerschaft notwendig sein, so sollte, als Vorsichtsmaßnahme, im 2. oder 3. Trimenon geimpft werden. Einerseits weil ein Einfluss des Impfstoffes auf das Ungeborene nie komplett ausgeschlossen werden kann. Andererseits wird die Mutter ein zufällig, zeitnahes Auftreten von gängigen Komplikation einer Schwangerschaft im ersten Trimenon, immer mit der Impfung in Zusammenhang bringen.

Allerdings sollte hier erwähnt werden, dass es keinerlei wissenschaftliche Daten für negative Effekte von Totimpfstoffen auf eine Schwangerschaft oder das ungeborene Kind gibt.

 

Folgende Impfungen sind für Schwangere empfohlen:

Pertussis (Keuchhusten), sollte idealerweise zwischen der 27. Und 36. Schwangerschaftswoche geimpft werden, falls die letzte Pertussis-Impfung länger als 2 Jahre zurückliegt. Dadurch profitiert das Neugeborene von den mütterlichen Antikörpern, bei einer länger zurückliegenden Impfung gibt es keinen Nestschutz. Wichtig ist der Schutz gegen Keuchhusten auch für Kontaktpersonen des Neugeborenen.

 

Tetanus (Wundstarrkrampf) zum Schutz der Mutter und des Neugeborenen (Neugeborenen-Tetanus). Als Kombinationsimpfung Tetanus-Diphtherie-Pertussis-Polio möglich.

 

Influenza (Virusgrippe, nur als Totimpfstoff), da es häufig zu schweren Verläufen der Virusgrippe bei Schwangeren kommt und zum Schutz des Neugeborenen, falls der Geburtstermin in die Grippesaison fällt. Auch hier sollten alle Kontaktpersonen des Säuglings geschützt sein.

 

Im Gegensatz zu Totimpfstoffen, sollten Lebendimpstoffe während der Schwangerschaft nicht gegeben werden. Diese Impfstoffe enthalten lebende, vermehrungsfähige, aber abgeschwächte Erreger, dazu gehören zum Beispiel: Masern, Mumps, Röteln, Varizellen und Gelbfieber.

 

Ein Impfrisiko ist trotzdem eher gering und nach versehentlicher Rötelnimpfung während der Schwangerschaft wurden keine Schädigungen von Ungeborenen (zB.: Rötelnembryopathie) beobachtet, weshalb die Impfung mit einem Lebendimpfstoff kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch ist.

 

https://www.cdc.gov/vaccines/pregnancy/pregnant-women/index.html (abgerufen 25.04.2019)

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30877308 (abgerufen 26.04.2019)

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28510067 (abgerufen 26.04.2019)

 

https://www.sozialministerium.at/site/Gesundheit/Krankheiten_und_Impfen/Impfen/Oesterreichischer_Impfplan_2019 (abgerufen 26.04.2019)

 

http://www.bvf.de/frauen_info.php?s=0&r=0&m=0&artid=586 (abgerufen 26.04.2019)

 

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_AllgemeineFragen/FAQ08.html?nn=2391120 (abgerufen 26.04.2019)

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18419394 (abgerufen 25.04.2019)