Was ist der "Herdenschutz"?

Durch Impfungen soll man in erster Linie selbst vor den entsprechenden, ansteckenden Krankheiten geschützt sein. Sind in einer Gruppe von Menschen allerdings sehr viele Personen immun (ob durch Impfung oder durchgemachte Erkrankung), so werden dadurch auch nicht-immune Personen geschützt. Besonders wichtig ist dieser so genannte Herdenschutz für Neugeborene und Säuglinge, die noch nicht geimpft werden können, immunsupprimierte Menschen (etwa durch Chemotherapie, Organtransplantation oder Erkrankungen des Immunsystems) und nicht geschützte Schwangere. Der Effekt eines Herdenschutzes tritt erst ab einer Quote von etwa 80-95% immuner Personen ein. Dies ist abhängig von der Ansteckungsfähigkeit / Vermehrungsfähigkeit des jeweiligen Erregers.

 

Voraussetzung für die Entstehung eines Herdenschutzes ist, dass die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Tetanus und FSME ("Frühsommer-Meningoenzephalitis") beispielsweise sind nicht direkt übertragbar und deshalb schützt man mit einer Impfung vorrangig sich selbst und man profitiert nicht vom Herdenschutz.

 

Beim Impfen geht es also nicht nur um einen Individualschutz, man leistet viel mehr einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft. Die Pocken zum Beispiel konnten durch großflächige Impfprogramme ausgerottet werden - diese Impfung ist heute nicht mehr notwendig. Auch die Masern könnten wahrscheinlich mit einer hohen Durchimpfungsrate eliminiert werden.

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11078115?dopt=Abstract (abgerufen 18.01.2018)

 

https://www.impfen-info.de/wissenswertes/herdenimmunitaet/ (abgerufen 18.01.2018)

 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/66813 (abgerufen 18.01.2018)

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3906406 (abgerufen 18.01.2018)

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1471414 (abgerufen 18.01.2018)

 

http://www.springermedizin.at/artikel/51714-den-herdenschutz-durch-eigenverantwortung-sichern (abgerufen 18.01.2018)

 

https://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/8/1/7/CH1472/CMS1366715694431/nap_masernroeteln_langfassung_20130522.pdf (abgerufen 10.10.2017)