Was ist ein Lebendimpfstoff und was ist ein Totimpfstoff?

Bei aktiven Impfungen unterscheidet man zwischen Lebend- und Totimpfstoffen.

 

Ein Lebendimpfstoff enthält „lebende“, vermehrungsfähige, aber stark abgeschwächte (attenuierte) Erreger. Die erzielte Immunität hält sehr lange, meist „ein Leben lang“. Bei diesen Impfstoffen besteht die Möglichkeit an einer sehr leichten Form der Erkrankung zu erkranken (etwa Impfmasern oder Impfwindpocken). Beispiele für Lebendimpfstoffe sind die Masern-Mumps-Röteln-Impfung, der Impfstoff gegen Rotaviren und die Windpocken-Impfung. In Lebendimpfstoffen sind keine Wirkverstärker (Adjuvantien) enthalten. Die einmalige Applikation erzielt bereits einen Impfschutz, die 2. Gabe dient letztlich vor allem der Erfassung von einzelnen Impfversagern und der Optimierung der Immunantwort.

 

Totimpfstoffe enthalten, wie der Name schon sagt, „tote“ Erreger, beziehungsweise Bruchstücke von Erregern, Oberflächenproteine und / oder inaktivierte Toxine (Toxoide). Da die Erreger nicht mehr „lebensfähig“ sind, beziehungsweise die Toxine nicht mehr schädlich sind, ist eine daraus folgende Erkrankung ausgeschlossen. Aufgrund dessen, dass der Impfschutz nach einer gewissen Zeit nachlässt, müssen viele Totimpfstoffe aufgefrischt werden. Totimpfstoffe enthalten Wirkverstärker (Adjuvantien), da die enthalten Antigene nur eine schwache Immunantwort auslösen würden. Beispiele für Totimpfstoffe sind Impfstoffe gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Meningokokken, Pneumokokken etc.

 

Bezüglich der Unterschiede in der Dauer des Impfschutzes siehe „Schützen Impfungen ein Leben lang?“.

 

Charles A. Janeway, Paul Travers, Mark Walport: Immunobiology. B&T; 6. Auflage (2005) ISBN 0-8153-4101-6. 

 

http://www.basg.gv.at/arzneimittel/faq/impfstoffe/ (abgerufen 04.08.2017)